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Victor Kégli
>Der goldene Reiter<
Fahrbares, begehbares Reiterstandbild
Einmal der goldene Reiter sein, der siegreiche Held, der durch die Straßen zieht! Das spielerische Nachahmen der Heldenpose verdeutlicht: In der einfältigen Selbstdarstellung des Siegers liegen Mut und Lächerlichkeit dicht beieinander.
Victor Kégli demokratisiert die Pose des Reiterstandbilds, das üblicherweise den Triumphator als überlegenen Sieger manifestiert. Hier wird das Standbild zu den Menschen gebracht und lädt Mindener Passanten ein, sich als siegreicher Feldherr zu präsentieren. Ein Standbild für jedermann banalisiert den ursprünglichen Zweck und führt in ad absurdum. Die naiv verspielte Form der fahrbaren Skulptur verstärkt den Eindruck der lächerlichen Inszenierung.
Victor Kégli
1964 in Bietigheim geboren
Lebt und arbeitet in Berlin
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Emmanuel Eni >Israel and Palestine<

Installation
Benzinkanister, Dynamitattrappen
Mit seiner Installation holt der Künstler ein konkretes Schlachtfeld unserer Gegenwart in unser Bewusstsein. Im Konflikt zwischen Israel und Palästina, der täglich Menschenleben zählt, zeigt sich die
Ratlosigkeit der Weltgemeinschaft im Umgang mit den verbitterten Kontrahenten. Der Versuch von Politikern, Medien, von uns allen, das Geschehen zu beurteilen, geschieht aus der sicheren Distanz mehrerer Tausend Kilometer.
Die Arbeit Enis wirft die Frage auf, ob wir das kriegerische Geschehen anders
beurteilen, wenn wir mit der Gewalt direkt konfrontiert werden, deren Explosivität in der Installation spürbar wird. Dynamit und Benzinkanister geben spontan das Gefühl, der Gefahr sehr nahe zu sein. Die Masse der Objekte lassen Ohnmacht verspüren - einmal entzündet wird eine scheinbar endlose Kettenreaktion in Gang gesetzt. Ist die Harmlosigkeit des Kunstwerks entlarvt, wird die Situation emotional neu bewertet.
Der Künstler hofft, den Eindruck der Gewalt nachhaltig als erlebtes Bild zu verankern und als Antwort darauf beim Betrachter den Wunsch nach Frieden und Einigkeit unter den Völkern zu verstärken.
Emmanuel Eni
1967 in Igbanke (Nigeria) geboren
Lebt und arbeitet in Berlin
www.emmanuel-eni.de
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Hartwig Reinboth
>Zivile Reenactors<
Foto-Aktion mit visueller Dokumentation
Plakat-Banner, Video Installation
Die Arbeit zitiert ein prominentes Beispiel dafür, dass Schlachten auf mehreren Ebenen geschlagen werden. Das mediale, bildhafte Schlachtfeld existiert in unserer heutigen Zeit bereits vielfältig im
kollektiven Bildgedächtnis. Das berühmte Kriegsfoto von Joe Rosenthal, das hier variiert wird, wurde als Zeugnis für den Triumph amerikanischer Soldaten im Pazifikkrieg inszeniert und hat große Symbolkraft erreicht. Auf dem Militärfriedhof in Arlington ist es als Kriegerdenkmal verewigt.
In dem Hartwig Reinboth Zivilpersonen in gewöhnlicher Alltagskleidung die Bildsituation nachstellen lässt und die Fahne mit der Aufschrift „Den Frieden lasse ich euch“ (Johannes-Ev. Kp.14/27) versieht, entmilitarisiert er die Szene und benutzt das Bildsymbol für eine Friedensaussage. Auch wechseln bei der Re-Inszenierung die Beteiligten mehrfach die Plätze, so kann jeder einmal die Position an erster Stelle einnehmen und damit der Inszenierung einen eigenen Akzent verleihen.
Der Künstler betont das Anliegen der Kunstaktion, ein hoffnungsstiftendes Kontrastprinzip aufzurichten, das der kriegerischen Realgeschichte gegenübersteht.
Hartwig Reinboth
1955 in Essen geboren
Lebt und arbeitet in Minden
www.hartwig-reinboth.de
Kinetische Schaufenster-Installation
Im Vorübergehen wird eine spielerisch wirkende Szenerie in Gang gesetzt. Die grazilen Konstrukte aus Alltagsgegenständen, die sich in Tina Tonagels Schaufenster-Installation bewegen, erinnern an Figuren.
Das bewegte Bild zeigt am Rande eine gewisse Ordnung. Die Maschinen ähnlicher Bauart lassen an eine militärische Anordnung denken, auch wenn die einzelnen Objekte wenig Militärisches an sich haben. Viel mehr ist Jedes individuell und folgt eigenen Bewegungsabläufen. Während dort die einfachen, nachvollziehbaren Bewegungen kaum Sinn ergeben, treten in der Mitte der Anordnung die Figuren in Interaktion. Das Chaos im Zentrum erinnert an Kampfhandlungen.
Der Mensch als Maschine oder die menschliche Maschine ist ein beklemmendes surreales Bild. Die Figuren folgen willenlos der ausgelösten Motorik. Es ist der verzweifelte Kampf seltsamer Wesen, die in immer gleichen Bewegungen gefangen sind.
Tina Tonagel
1973 in Lemgo geboren
Lebt und arbeitet in Köln
www.tinatonagel.de
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Alexander Edischerow>Briefe von der Front<
Toninstallation im Außenbereich
Ausgewählte Texte, Gedichte und Briefe
Die Toninstallation Edischerows konfrontiert die Passanten auf eine subtile Art mit den Schrecken des Krieges. Die sorgfältig ausgewählten Gedichte, Texte und Briefe mischen sich zunächst harmlos als akkustische Reize in das Alltagsgeschehen und enttarnen erst beim Bewußtwerden des Gehörten die Grausamkeit. Es sind konkrete Erfahrungen von Menschen in unterschiedlichen Militärkonflikten zu verschiedenen Zeiten. Sie verdeutlichen die universalität der Gefühlslagen von Menschen in Kriegssituationen.
Auf der Suche nach der Quelle der vernommenen Texte, wird der Blick der Passanten auf die an der Fassade angebrachten Lautsprecher gelenkt.
Die klassische Form der Hornlautsprecher wurde vom Künstler bewusst gewählt, „…weil diese überall auf der Welt für öffentliche Propaganda benutzt wurden…“. Der Hornlausprecher steht im Spannungsfeld zwischen seiner trocken offiziellen Form und den emotional aufgeladenen Inhalten, die er transportiert.
Sprecher: Gabriele Brüning,
Andreas Ladwig,
Michael Tumbrinck
Studio, Aufnahme: Oliver Berg
Besonderer Dank für die Unterstützung geht an Michael Tumbrinck
Alexander Edischerow
1977 in Tiblissi (Georgien) geboren
Lebt und arbeitet in Münster
www.alexander-edischerow.de
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Dietmar Lehmann
>Show your colours – Banner des Sieges<
Installation
Der Anblick des Fahnenträgers in russischer Uniform auf dem Dach des Gebäudes mit seiner wehenden „Roten Fahne“ wirkt irritierend. Die Symbolkraft des Bildes ist gegenwärtig und im kollektiven Bewusstsein verankert. Die Flaggenhissung der Siegermacht wurde mehrfach in der Geschichte inszeniert, in diesem Fall zitiert der Künstler das Foto von Jewgeni Chaldej, das im Mai 1945 den Sieg der Sowjetarmee über die Naziherrschaft deutlich machen sollte.
Mit der Herausnahme aus dem eigentlichen geschichtlichen Kontext überschreitet das Projekt bewusst Grenzen des ehemaligen Schlachtfeldes. Lehmanns Installation wirft unterschiedliche Fragen auf. Wie gehen wir mit diesen Ikonen, die unserem heutigen Verständnis von Geschichte fremd sind, um? Welches Bild ergibt sich im gegenwärtigen künstlerischen Zusammenhang und welche Bedeutung verleiht die Fahnenhissung dem hier ausgewählten Standort?
Dietmar Lehmann
1953 in Bremen geboren
Lebt und arbeitet in Porta Westfalica
www.dietmar-lehmann.de
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Alexander Edischerow>Öffentlicher Einmannbunker<
Begehbare Skulptur
In die über 2m hohe zylinderförmige Skulptur ist innen hohl und über eine niedrige Tür begehbar. Mehrere kleine Schlitze lassen den Blick in die Außenwelt zu. Der Nachbau diente im zweiten Weltkrieg als Schutz für Personen, die bei Luftangriffen über die Situation vor Ort berichten sollten. Herausgelöst aus seinen geschichtlichen Zusammenhängen und seinem ursprünglichen Zweck enthoben, wirkt er wie eine Aufforderung zur Abschottung und Schutzsuche vor der Umwelt.
Geht man dieser Aufforderung nach, wird Verlangen nach Sicherheit eingetauscht gegen klaustrophobische Enge und eingeschränkte Sichtperspektive. Für den Künstler ist dies ein Symbol für das Dilemma, dass als Folge der Entsprechung des Wunsches nach hundertprozentiger Sicherheit, oft eine Steigerung von Angst und Feindseligkeit bewirkt wird.
Besonderer Dank für die Unterstützung geht an Katerina Kuznetcowa, Martin Möller, Bernhard Niehüser
Alexander Edischerow
1977 in Tiblissi (Georgien) geboren
Lebt und arbeitet in Münster
www.alexander-edischerow.de
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Rolf Heinrich Troeder
>Der Glaube ist der Sieg über die Welt<
5 teilige Bilderserie
Wer bist du?
Was bist du?
Wovon träumst du wirklich?
Bist du frei?
Meinst du wir können es schaffen?
Die fünfteilige Bilderserie, die den Blick der Spaziergänger im Weserglacies auf sich zieht, tritt zunächst über die Irritation in Dialog mit dem Betrachter. Sowohl das Gemälde, als auch der Außenraum werden einer neuen Sichtweise unterzogen.
Der meditative Bilderparcours verleiht dem umgebenden Raum eine kathedralenhafte Wirkung und schafft eine spirituelle Atmosphäre. Die farbigen, monochromen Arbeiten werfen, unterstützt von ihren Titeln, existenzielle Fragen auf. Ganz bewusst regt Rolf Heinrich Troeder zu dieser Auseinandersetzung an. Der Künstler stellt die These buchstäblich in den Raum, dass Frieden und Freiheit möglich sind, wenn sich der Mensch der Frage nach seiner eigenen Persönlichkeit stellt. Es ist das optimistische Bild vom Glauben an die Überwindung der kriegerischen Handlungen und an den Menschen mit seiner positiven Gestaltungskraft.
Rolf Heinrich Troeder
1971 in Nürnberg geboren
Lebt und arbeitet in Hannover und Bückeburg
www.roheit.de